Kip Hanrahan (* 9. Dezember 1954 in der Bronx, New York City) ist ein US-amerikanischer Musikproduzent und Perkussionist.
Hanrahan, der zunächst als Assistent von
Carla Bley mit dem zeitgenössischen Jazz in Berührung kam, spielt bei den meisten Platten, die er produziert, eine unübliche Rolle, die er selbst zu der eines Filmregisseurs in Analogie setzt. Er versammelt Musiker und Konzepte, die er insofern dirigiert, als er ins musikalische Geschehen eingreift (z. B. bewirkt, dass die Perkussionisten mit einer Solopassage beginnen oder der Pianist den Übergang zu einem anderen Stück spielt). Er kombiniert Solisten des Avantgarde Jazz (wie
Don Pullen, David Murray,
Jamaaladeen Tacuma,
Carmen Lundy oder
Steve Swallow) mit Funkmusikern aus New Orleans wie
Allen Toussaint, Leo Nocentelli („
The Meters“) oder Charles Neville („Neville Brothers“), mit Rockmusikern wie
Sting oder
Jack Bruce und Perkussionisten der Latin Jazz-Szene wie Andy Gonzales, Milton Cardona, Robby Ameen und Horacio „El Negro“ Hernandez. Teilweise hat er dabei mit Poeten wie Ishmael Reed und auch Paul Haines (dem Texter von Escalator over the Hill) zusammengearbeitet.
Hanrahan hat daneben aber auch bemerkenswerte Alben mit dem Tango Nuevo-Komponisten
Astor Piazzolla und mit Musikern aus Hanrahans Umkreis wie
Arto Lindsay oder Alfredo Triff produziert und auf seinem Label „American Clavé“ vorgelegt.